Mit etwas Schraubererfahrung und dem entsprechendem Spezialwerkzeug kann man den Einbau und Ausbau von Federn und Stoßdämpfern auch selbst vornehmen. Nachfolgend beschreibe ich meine Herangehensweise, die sich vielfach bewährt hat. Natürlich kann man den ein oder anderen Schritt auch anders erledigen. Fahrwerk
hinten wechseln
Läßt man die Achse dann etwas herab oder hebt den Wagen höher, entspannt sich bei den meisten Sportfahrwerken die Feder und läßt sich mit einem kräftigen Ruck entnehmen (im unteren Bereich mit einer Hand eine Windung anfassen und kräftig nach vorn und etwas nach oben ziehen). Bei normalen Serien-Federn muss deutlich kräftiger gezogen werden, das geht einfacher wenn ein Helfer dabei mit dem Fuß kräftig von oben gegen die Radnabe/achse drückt (oder etwas schaukelt). Sicherlich kann man hinten auch mit einem Federspanner rumfummeln, aber ich mache es jetzt immer ohne (nachdem mir der E30 Schrauber das mal vorgeführt hat und ich danach keinen besonderen Respekt vor der Feder hatte :-) Die Gummiauflagen über und unter der Feder sind unbedingt mitzumontieren. Durch geänderte Unterlagen aus dem BMW Regal kann damit auch etwas die Fahrzeughöhe variiert werden. Die untere Befestigungsschraube der Dämpfer ist in Normallage des Fahrzeugs festzuziehen, also wenn das Fahrzeug wieder herabgebockt ist. Schutzhüllen über die Stoßdämpfer müssen in jedem Fall verwendet werden, sonst verschmutzt die Kolbenstange sehr schnell und der Dämpfer ist hin. Fahrwerk
vorn wechseln
Mit Hilfe des Abziehers ist nun die Spurstange zu lösen. Dazu löst man zunächst die Befestigungsmutter, dreht sie ca. einen Zentimeter raus, ich persönlich drehe sie aber nicht völlig vom Gewinde ab. Dann setzt man den Abzieher ordnungsgemäß an und spannt ihn vor. Will die Spurstange nicht so richtig ab obwohl der Abzieher schon sein bestes gibt, kann auch ein kräftiger Hammerschlag gegen den Abzieher für den nötige Ruck sorgen und die Verbindung lösen. Danach würde ich einen Wagenheber leicht unter die Spurstange ansetzen, die Verbindung also wieder zusammen drücken. Nun kann die Mutter gelöst werden, ohne dass die Welle sich mitdreht. Eventuell leicht beschädigtes Gewinde (wegen dem Abzieher) wird durch das Abdrehen der Mutter wieder "repariert". Nun ist die Mutter ab und der Wagenheber kann entspannt werden. Ein leichter Hammerschlag löst die Verbindung und die Spurstange liegt frei. Gleiche Verfahrensweise gilt es nun an der Querlenkerbefestigung anzuwenden. Normalerweise gelingt diese Übung ohne Lösen des Stabilisators, aber bei Bedarf kann dieser auch vom Querlenker gelöst werden um ein Absenken zu erleichtern. Jetzt müßte das Federbein komplett lose herumbaumeln. Die drei 13er Schrauben der oberen Befestigung im Motorraum sind nun zu lösen. Dabei sollte mit der anderen Hand das Federbein etwas festgehalten werden, damit es nicht herunterfällt. Nun hält man das komplette Federbein in seinen Händen. War das Auto tiefer gelegt ist die Feder schon relativ weit entspannt und ein Federspanner ist nicht erforderlich. Originalfedern werden mit dem Federspanner gespannt und zwar so, daßmöglichst viele Windungen überbrückt werden. Jetzt muss die obere zentrale Mutter auf der Kolbenstange gelöst werden. Das geht nur stressfrei mit einem Schlagschrauber, der zudem mit einer speziellen "dünnen" Nuss ausgestattet wurde, weil die Öffnung für normale "Baumarkt"-Nüsse zu klein ist. Ohne Schlagschrauber muss versucht werden irgendwie die Kolbenstange gegen Verdrehen zu sichern, was bei alten Dämpfern mit einer Wasserpumpenzange oder ähnlichem gemacht werden kann, bei guten Dämpfer aufgrund der Beschädigung der Oberfläche vermieden werden sollte. Nach erfolgreicher Demontage der Mutter kann das obere Domlager und die Feder entnommen werden. Nun sollte der das Federbein ganz unten in einen Schraubstock gespannt werden und die große Befestigungsmutter am Stoßdämpfer gelöst werden. Kriechöl und Wasspumpenzange sind hierbei hilfreich. In Extremfällen kann die Mutter aufgeflext werden. Das Gewinde des Federbein darf keinen Schaden nehmen. Im Federbein unter dem Stoßdämpfer ist Öl, d.h. vorm herausziehen des Dämpfers muss das Federbein ggf. umgespannt werden, damit das Öl nicht rausläuft. Die Montage ist relativ unkompliziert, auf Leichtgängigkeit des oberen Domlagers ist zu achten (Scheiben nicht vergessen). |