Tino: Baur TC - Teil2

Wie schon im Teil 1 angedeutet, habe ich das Baur TC als erstes karosseriemäßig optimiert. Nach eingehender Prüfung wurden folgende Roststellen entdeckt:
  • Schwellerende vorn, beide Seiten links und rechts durch
  • Schweller seitlich an mehreren Stellen kleinere Löcher oder Rostansatz
  • Radlauf hinten links komplett durch
  • Heckblech mehrere Löcher von AHK und ehemalig verbauter Gasanlage

Der Rostbefall an den Wagenunterkanten und der ungepflegte Lackzustand lassen auf eine längere Standzeit unter freiem Himmel schliessen. Glücklicherweise hielt sich die Stärke des Rostbefalls in Grenzen. Noch ein Jahr länger und man hätte ihn wahrscheinlich verschrotten können.

Aus dem 325e Spenderfahrzeug sägte ich (mittels Luftdruckkarosseriesäge) den kompletten Radlauf hinten links großflächig eckig aus und fuhr damit zu meinem Karosseriebauer. Er ersetzte den Radlauf innen wie aussen bis unten komplett. Teile aus dem Zubehörhandel scheiden für mich persönlich an dieser Stelle aus. Hin und wieder findet man auch rostfreie Original Blechteile an älteren E30. Da sollte man dann zuschlagen. 

Der Schweller wurden geschweisst und zusammen mit dem Seitenteil lackiert. Das Endergebnis sieht ganz nett aus, der Farbunterschied zur ungereinigten Tür wirkt gewaltig.
   Als der Wagen dann wieder da war, ging es Schlag auf Schlag. Der 316 Motor wurde ausgebaut und entsorgt (wollte ja auch keiner geschenkt haben).
Der 325e 129PS Motor wurde verbaut. Zum Putzen hatte ich hier im Gegensatz zum M335i keine Zeit :-)
 
Umbau 316 zu 325e

Den Umbau werde ich nachfolgend etwas genauer beschreiben, da es hier die ein oder andere Besonderheit gibt. Die grundsätzliche Vorgehensweise ist klar: 
  • 316 Motor inkl. Getriebe, Kardanwelle, Abgasanlage, Motorkabelbaum, Steuergerät (ja sowas hat auch der 316 Vergasermotor) ausbauen
  • 325e Motor inkl. Getriebe, Kardanwelle, Abgasanlage, Motorkabelbaum, Steuergerät, Luftmengenmesser einbauen

Es gibt aber noch eine Kleinigkeit:

  • elektrische Benzinpumpe nachrüsten (weil am 316 nicht vorhanden)

Dazu muß man folgendes wissen: die E30 mit Einspritzanlagen wie auch mein 325e aus dem Modelljahr 87 haben eine Vorförderpumpe im Tank (unter der Abdeckung unter der Rückbank Beifahrerseite) und eine normale Benzinpumpe (Hauptpumpe) aussenliegend auf der Fahrerseite direkt neben dem Tank. Der 316 hat unter der Abdeckung Beifahrerseite nur den Tankgeber. Das was bei den Einspritzern der Rücklauf ist wird beim 316 als Vorlauf genutzt. Eine Leitung für den Rücklauf gibt es im 316 nicht. Somit muss folgendes getan werden:

  • Einbau Vorförderpumpeneinheit inkl.Geber in den Tank (Abdeckung Rückbank Beifahrerseite)
  • Verlegung Vorlaufleitung (2cm dicker Gummischlauch) von Vorförderpumpe zur Hauptpumpe (also von unter der Abdeckung Rückbank Beifahrerseite oberhalb des Tank (unterhalb der Karosserie) nach neben dem Tank Fahrerseite zur Hauptpumpe)
  • Umfunktionierung der ehemaligen Vorlaufleitung zur Rücklaufleitung (dafür ist nix weiter zu tun, nur halt am Motor richtig rum anschliessen.
  • Einbau der Hauptbenzinpumpe neben den Tank aussen Fahrerseite (Nähe hinteres Tonnenlager)
  • Einbau, Verlegung einer zweiten Benzinleitung nach vorn in den Motorraum (es gab im 316 halt nur eine Leitung nach vorn)
  • Einbau Benzinfilter in die Vorlaufleitung (im Motorraum unterhalb Hauptbremszylinder)
  • Anschluss der Benzinleitungen an den Motor (Vorlauf an die Einspritzleiste 6. Zylinder, Rücklauf an die Einspritzleiste 1 . Zylinder (da wo der Druckregler sitzt)

Mechanisch ist nun alles klar, bleibt die elektrische Ansteuerung. Wie vielleicht schon bekannt wird die Benzinpumpe vom Benzinpumpenrelais (im Motorkabelbaum enthalten) über den Motorstecker Pin 13 angesteuert. Ich habe also entsprechend der original Verkabelung ein Kabel von Pin 13 Motorstecker fahrzeugseitig in den Sicherungskasten, dort zur Sicherung Nr. (wird nachgereicht) verlegt und von dort ein dickes grüngraues Kabel bis zur Rückbank. Dort ist auch die Öffnung für die Kabel zur Hauptpumpe. Die Hauptpumpe wird direkt an dieses grüngraue Kabel (und halt an Masse) angeschlossen. Die Vorförderpumpe, der Tankgeber und (man staune) die Zuleitung Bremsbelagfühler (hinten rechts) haben einen eigenen kleinen Kabelbaum, der unter Rückbank beifahrerseitig liegt. Hier habe ich den 316 Kabelbaum entfernt und den vom 325 eingebaut. Somit passen auch die Stecker an Vorförderpumpe und Tankgeber sofort. Einzig ein zusätzliches Kabel ist zu verlegen. Die Vorförderpumpe kriegt keinen Saft. Es fehlt die Plusleitung, welche wir aber in Form des grüngrauen Kabels ja schon im Bereich Rückbank liegen haben. Da muss also noch mal ein Abzweig zum Kombistecker des kleinen Kabelbaums beifahrerseitig gezogen werden und am richtigen Pin angelegt werden. Im Ergebnis kriegt nun die Haupt- und die Vorförderpumpe ihre Plus 12V vom grüngrauen Kabel.

Nun sollte man den Spass auch mal testen und das Benzinpumpenrelais überbrücken, es sollte dann eine Durchströmung der Einspritzleiste stattfinden. Nach ca. einer Minute hörte sich das Ganze auch einigermassen blasenfrei an und so startete ich den 325e Motor, welcher bei der ersten Umdrehung wie selbstverständlich zum Leben erweckte.

Zur Tankentlüftung hab ich nix weiter geschrieben, die hab ich mir aus Faulheit gespart. hier müsste man noch eine dritte Leitung nach hinten legen und auch am Tank ein paar Kleinigkeiten ändern...

Grobe Fertigstellung

Für die erste Probefahrt habe ich den Wagen nur grob zusammengeschraubt. Somit ist die Servopumpe noch nicht angeschlossen, der Kühlausgleichsbehälter und der Luftfilterkasten nur provisorisch befestigt. Das werde ich in den nächsten Tagen noch richten. Weiterhin ist auch bei der Bremsanlage und dem Fahrwerk akuter Bedarf.

Ich habe dann den Wagen noch mal durchpoliert und dabei festgestellt, dass die Verunreinigungen sehr leicht abgingen und auch der Farbunterschied zum neulackierten recht gering ist. Es gibt auch kaum Kratzer und Beulen, was ganz klar auf eine Komplettlackierung vor nicht allzu langer Zeit hindeutet. 

Noch kurz was zum Fahreindruck. Der Motor 129 PS Motor gefällt mir ungetunt schon sehr gut. Kräftiger Durchzug im mittleren Bereich, nur das Drehzahlband ist halt beschränkt. Das kommt natürlich mit der derzeitigen zu kurzen Achse voll zur Wirkung. Trotzdem harmoniert das 3,91 (aus dem 316) erstaunlich gut mit dem Motor, es gibt keine Geruckel beim Anfahren, wie ich das bei zu kurzen Diffs im 325i kenne. Ich werde wohl mal ein 3,73 Sperrdiff verbauen und prüfen in wiefern es einigermassen Autobahn tauglich wird. Für die Stadt ist die derzeitige Abstimmung voll ok. Kurze Sprint werden immer als Gewinner beendet. Der subjektiv gefühlte Schub ähnelt einem 328i. 

Die geplanten Aktivitäten sind klar:

  • Bremse auf 325e umbauen
  • Fahrwerk vorn höher legen (Tausche 35mm Eibach 4 Zylinder gegen 35mm Eibach für 6 Zylinder)
  • Servopumpe anschliessen
  • Radio einbauen

Und natürlich die grässlichen Blinker entsorgen, sorry dass ich verpennt habe die vor dem Fotoshooting abzubauen :-)

mfg tino

tino@e30.de