Hallo E30 Freunde, Ich heisse Simon und wohne in Frankreich in der Normandie. Meine E30-Story endet leider traurig, soviel vorweg.Schon als kleiner Junge war BMW für mich nicht nur eine Automarke, sondern die Automarke schlechthin. Im Jahre 2002 besorgte ich mir endlich meinen ersten BMW. Einen E30 320i Shadowline, Baujahr 1990, 4-türig. Ich erinnere mich noch daran wie schwer es für mich war, korrekt das Gaspedal zudosieren. Dieser BMW erschien mir wie eine Rakete - Aber normal nach einem Opel Kadett C City mit nur 40 Ps... Diesen E30 konnte ich leider nur 5 Monate lang halten. Schon 3 Monate später hielt ich es aber ohne E30 nicht mehr aus. Also beschloss ich, mir einen günstigeren 316i zubesorgen. Es war ein schwarzes Coupé von 88 mit dem alten M10 1,8 Liter-Motor. Mit diesem BMW hatte ich viel Freude. Dennoch, im Jahr darauf trennte ich mich auch von diesem Exemplar, da er seine beste Zeit hinter sich hatte. Nach einer Pause von etwa 6 Monaten, und jetzt kommen wir auch zu der eigentlichen Geschichte, fand ich ganz bei mir in der Nähe einen E30 325i Vorfacelift. Ich hatte natürlich eine Weile nach einem E30 gesucht und ein 325i sollte es nicht unbedingt werden. Dieser aber war noch sehr gut im Lack und nach einer Probefahrt (50 Meter) beschloss ich ihn auch zukaufen. Für 1100 Euro wechselte dieses Schmuckstück seinen Besitzer. Klar bei diesem Preis war die Batterie nix mehr und die Reifen waren auch blank. Immerhin wurde die Wasserpumpe gerade gewechselt.Wenn das alles ist, dachte ich, habe ich aber trotzdem einen guten Kauf gemacht. Gleich am nächsten Tag bekam mein erworbener BMW 325i eine neue Batterie, denn ich konnte es nicht mehr erwarten, das Auto meiner Freundin vorzuführen. Ich war sehr stolz und sehr überrascht über die Power, die dieses Fahrzeug besass. Jeder Druck auf's Gaspedal bescherte mir ein breites Grinsen im Gesicht. Nach so einer Spazierfahrt, parkte ich es auch 3 Tage später und warf nochmal stolz einen Blick nach hinten über die Schulter. Aber was ich dabei entdeckte lies es mir kalt den Buckel runter steigen. Unter dem Auto, auf der Beifahrerseite tropfte etwas... In diesen Momenten hofft man, dass z.B. nur der kleine Schlauch von dem Waschwasserbehälter abgerutscht ist - nicht wahr? Aber es war natürlich Kühlwasser. Beim Glück im Unglück wäre es nun ein Leck im Kühler gewesen. Hier jedoch nicht. Wo kommt das verflixte Wasser her? Nach 5 Minuten kam die Rätsels Lösung. Der Vorbesitzer hatte wohl ein kleines Loch in den Verschlussdeckel des Ausgleichsbehälters gebohrt. Genau in mitten des BMW-Logos, so das ich es beim Kauf natürlich übersah. Ich hatte mir anschliessend einen ganzen Verschlussdeckel besorgt und diesen mit dem defekten ausgetauscht. Und was ich nun feststellen musste könnt ihr euch sicher denken. Nach Warmfahren des Motors wurden die Kühlschläuche knallhart und Kühlwasser suchte sich immer wieder einen Weg ins Freie, am zugedrehten Verschlussdeckel vorbei. Das kleine Loch sollte beim Kauf sicher den starken Überdruck auf den Schläuchen kaschieren. Ich tippte sofort auf eine defekte Zylinderkopfdichtung. Der Motor wurde aber nie besonders heiss und Emulsion hatte er auch keine produziert. So fuhr ich 4 Monate durch Frankreich. Dann beschloss ich den Zylinderkopf runter zumachen, um nachzuschauen b sich meine Vermutungen bestättigen würden. Die Kopfdichtung war zwar intakt, jedoch entdeckte ich eine abgerissene Zylinderkopfschraube auf der Stirnseite des Motors. Da kam also die Luft (Überdruck) her. Ausserdem war das Thermostat durchgebohrt, so lief er immer nur auf dem grossen Kühlkreislauf und wurde deshalb nie richtig warm. Der Vorbesitzer wusste wohl davon - daher die neue Wasserpumpe, mit der es allerdings nicht getan war. Also beschloss ich den Kopf, planschleifen zulassen. Alle relevanten Dichtungen usw. wurden ersetzt. Der Wagen sprang nach einer Woche Reparatur sofort an,und der Wasserdruck stimmte nun auch. Nun war ich wieder der stolze Mann vom Anfang (grosses Dankeschön an die Reparaturanleitungen auf E30.de) Ich hatte es geschafft, meinen 325i selber zureparieren. Nun gehörte ich wirklich zur E30-Liga, keine Reparatur würde mich mehr bremsen. Der BMW wuchs mir immer mehr ans Herz. Am 13. Januar 2006 wollte man ihn mir klauen. Die hintere Seitenscheibe wurde eingeschlagen und innen, rund ums Lenkrad wurde er ziemlich zerstört. 12 Stunden später hatte ich bereits alles wieder mit Teilen aus meinem Ersatzteil-Lager repariert. Jetzt sollte er besonders schön werden. So besorgte ich ihm 15 Zöller von BBS mit Niederquerschnittsreifen. Dazu dachte ich mir, würden auch in Wagenfarbe lackierte Rückspiegel passen. Er wurde immer hübscher. Ein bis zweimal die Woche - auch bei eisigem Wetter, habe ich ihn gewaschen und gepflegt. Ich reparierte in quasi durch und ein neuer Endschalldämpfer war auch schon bestellt. Nach Feierabend, am Freitag dem 12. Mai 2006 verbaute ich ihn. Den Samstag darauf, wollte ich zu meinen 60km weiter entfernt wohnenden Eltern fahren. Nein was für ein dumpfer Klang, dachte ich mir. Leider konnte ich diesen neuen Klang nur 10km geniessen. Ich erinnere mich noch schwach daran, wie ich mich bei dieser kurzen Fahrt aufgeregt hatte, dass ein Vögelchen auf meine frisch gewaschene Haube gemacht hat. Ich fuhr 100km/h schnell, auf einer Landstrasse, als ein Citroën Berlingo aus dem Gegenverkehr auf einer Kreuzung vor mir abbiegen wollte. Zeit zum bremsen hatte leider keine mehr. Mein BMW E30 325i stand auf 3 Metern. Die Lenksäule ist sehr stark reingewandert, aber nicht hochgestiegen.Die Pedale blieben auch weitgehend da wo sie hingehören. Mein BMW ist treu in seiner Spur geblieben und hat mir bei diesem Frontal-Crash aus dieser Geschwindigkeit mein Leben gerettet. Seit 3 Wochen fahre ich einen 318tds Compact, aber meinen E30 325i vermisse ich sehr. Aber ich hatte schon des öfteren für ein paar Monate keinen E30 mehr. Ich wünsche euch gute Fahrt und regt euch nie wieder über Vogelkacke auf Eurem frischgewaschenen BMW auf! Auf den Bildern seht ihr meinen E30 im Urzustand und wie er vor dem Unfall aussah. Tschüss Simon schneider.simon@wanadoo.fr |