Oliver: 340iT


















Hallo liebe Freunde der sportlichen Kombis,

Ich möchte euch hier den Alltagswagen meiner Frau vorstellen. Den Nordschleifentouring.

Zuvor muss ich jedoch etwas in die Vergangenheit abschweifen.
Schon früh wurde ich mit dem Bazillus „Nordschleife“ infiziert. Angefangen hat es dann auch gleich mit einem richtigen Renner: Donkervoort S8AT. Dann kam es wie es kommen musste, ich wurde älter, wollte sparen. Also Donk verkauft und AMG C43 besorgt. War aber nix, viel zu schwer. Das Ende dieses Wagens war also ein Kompressorumbau mit knapp 500PS und kurze Zeit später ein Motorschaden. Klug geworden und fast pleite kaufte ich mir damals einen VFL 325eta. Nach 2 Monaten war der Wagen dann ein 327i mit 193PS und 293NM. Motor ging echt gut, Fahrwerk (40mm H&R Federn und gelbe Konis) war auf dem Ring jedoch eine Katastrophe. Jetzt kam noch eine 2-Jährge Episode mit einem Kadett C in Verbindung mit einem Motor aus einem Ford Sierra Cosworth. War aber alles irgendwie nix, ich musste dauernd an meinen 327i denken (hätte ich den blos nie verkauft). Ein Einfamilienhaus, eine Hochzeit, ein 318is mit 178PS und ein Kind später musste nun ein Kombi ran. „Rennwagen kannste dir jetzt abschminken“ war die Devise. Also Kombi gesucht, aber 2 Monate lang nur Schrott gefunden. Dann ein Anruf von meinem Kumpel Thomas: „Der Nico will seinen Touring verkaufen“. Man wurde sich schnell einig… Jetzt hatte ich da einen Touring stehen, in Goodwoodgreen Perleffekt (Audi), mit 5-Loch (E36) und großer Bremse, ohne Innenausstattung, Motor und Rädern. Die Wahl des Motor´s gestaltete sich nicht sonderlich schwierig. Von den M-Motoren wurde ich durch die hohen Kosten und das Gewicht abgeschreckt, also blieb letztendlich nur die kostengünstige und technisch haltbarste Alternative: ein V8 ! 

Mission 1: Motor besorgen!
Ab nach Rosenheim und einen E38 740i 6-Gang geholt

Mission 2: Räder besorgen !
Ich wollte eigentlich immer die Typ 68 vom E46 330i haben. War aber nicht wirklich was zu finden. Also gab es einen Ausweichplan: Design egal, Hauptsache 7,5 und 8,5 in 17“.
Ich fand kurze Zeit später diesen wunderbaren Radsatz, Typ Doppelspeiche 97 vom E46 323ti Compact.
Vorn 7,5*17 ET47
Hinten 8,5*17 ET50
 
Mission 3: Einbauen !
Hat dann doch fast 7 Monate gedauert, bis ich zufrieden war.
Motorhalter vom Tino, Getriebehalter Eigenbau, Auspuffkrümmer E39, Katalysatoren E36M3, Endtopf E36M3.
Keine Achstieferlegung, Motorlager E34 540i.
Lenkung E36, Lenkspindel original E30 (passt wunderbar).
Kühler vom E30 324td Klima, Klimalüfter vom E38 740i.
Die Kardanwelle hab ich gekürzt und vorn mit dem Stern vom 7er versehen.
Den Kühlwasserbehälter habe ich nicht in die Mitte unter die Haube gepackt, da ich keine Verstärkung an der Haube entfernen wollte.
Batterie in den Kofferraum verlegt
Bremsbetätigung über Uniball-Gelenke.
Ölfilter vor den Motor verlegt
Luftführung in der Frontmaske optimiert, damit die gesamte Luft durch den Kühler muss und nicht nach unten weg drückt.

Mission 4: Probefahrt !
HORROR!!!
Das mit dem 5-Loch-Umbau mit E36 Teilen geht ja sowas von gar nicht!!!
Die Kiste hatte ein Eigenlenkverhalten wie ein alter LKW mit kaputter Vorderachse.
Ich kann jedem davon abraten.

Also vorne alles raus, dann Umbau auf:
Federbeine E30M3
Fahrwerk H&R Clubsport mit Nordschleifenabstimmung
Stabis vorne 22,5mm, 3-fach verstellbar, hinten 15mm
Bremssättel vorn E34 540i mit Scheibe MB W124 500E
Hinterachse E36 Compact 323ti
Bremssättel hinten E34 540i, Scheiben E46 328i, Adapter Eigenbau
Bremsleitungen Stahlflex, Hinterachse Powerflex Buchsen und umgebaut auf einstellbaren Sturz / Spur.
Diff 2,93 mit Sperre

Innen musste es nun auch was brauchbares sein, also Sportleder schwarz und Himmel vom Editionstouring. Ab in´s Auto und für 600.- einen E30 Touring mit Sportleder gekauft, somit hatte ich auch alle fehlenden Innenverkleidungen.
Der Rest war Fleißarbeit.

Fazit:
Ich würde es wieder machen, diesmal jedoch mit einem 4.6si aus einem X5.
Auf der Nordschleife sind Zeiten so um 8.30 drin (bridge to gate). Und massig verdutzte Gesichter obendrein.
Auf der Autobahn geht der Touring laut GPS ca. 270 km/h. Man benötigt jedoch einen ewig langen Anlauf, da der Wagen vollgetankt stolze 1400kg auf die Waage bringt. 

Ich möchte mich hiermit auch recht herzlich bei allen Beteiligten bedanken, ohne die so ein Projekt nicht möglich gewesen wäre.

Danke Meyke, ohne dich wäre dieser wunderbare Wagen niemals entstanden. Ich liebe dich.

Dank auch an:
Alf Dickhaut für den Himmel und das ein oder andere Teil sowie die wunderbaren Stahlflexleitungen und den grausamen Kaffee.
Thomas Kümmel für die Hilfe, die Internetrecherchen, die Krümmer, die Bremssättel und alles andere
Herr Gerhold von H&R für das perfekte Fahrwerk.
Kalle für die Musikanlage und deren Abstimmung
Nico für die losen Schrauben ;-)))
Papa für die aufmunternden Worte und den Kaffee
meinen Chef für die Fräsmaschine
Andreas und Natascha für die nette Gesellschaft
Tino und allen anderen hier für diese wunderbare Seite
Jan (Stifter) für seine Frequenzteiler
Meine Tochter, die da sagte “ Das Auto gefällt mit, obwohl es eine Jungenfarbe hat“.

Herr Neitzel für die Bremsplatten ;-) und den Rest natürlich auch

Vom Vorbesitzer des Wagens habe ich einige Dinge übernommen. Da wären zum Beispiel die Türen ohne Schloss, die US-Style-Stoßstangen oder die fehlenden Waschdüsen. Sind jetzt am Wischer (MB Vito).

Viele Grüße aus dem schönen Nordhessen wünscht:

Oliver Deist

oelolli@gmx.de